Vom Breadboard zum Produkt

Wenn man ein Projekt auf dem Breadboard fertig gestellt hat, stellt sich oft die Frage, wie man daraus ein Produkt macht. Vielleicht möchte man nicht dauernd ein neues und teures Arduino-Board verbauen und natürlich sind Schaltungen auf Breadboards nicht besonders stabil. Wenn man auf den USB-Port verzichten kann, kann man einfach den Mikrocontroller des Arduinos allein verwenden.

Atmega328pu Arduino Mikrocontroller

Mikrocontroller Atmega328-PU

Hier gibt es wieder viele Möglichkeiten, von denen ich Euch eine an Hand eines Beispiels vorstellen möchte, das ich für Fritzing.org entwickelt hatte.

Bei dem Projekt handelt es sich um ein kleines Party-Gimmick: das Schnaps-O-Meter.

Schnapsometer

Schnapsometer im Einsatz

Es besteht im Grunde aus einem Arduino, einem Ethanol-Sensor und einem Streifen adressierbarer RGB-LEDs (NeoPixel). Man kann hineinpusten und je mehr Alkohol sich in der Atemluft befindet, desto mehr LEDs leuchten auf. Im Grunde ist es also eine Art Hau-Den-Lukas mit Alkohol.

Schnapsometer Breadboard Schaltung

Schnapsometer auf dem Breadboard (Made with Fritzing)

Ist das Projekt auf dem Breadboard fertig, kann man den Schaltplan per Layout-Editor in ein Platinenlayout umwandeln. Ich benutze dafür Fritzing. Es ist auch für Nicht-Elektroniker geeignet. Alternativ könnte man z.B. Eagle verwenden.

Schnapsometer Platine

Schnapsometer Platinenentwurf (Made with Fritzing)

Als erstes baut man die Schaltung auf dem Breadboard nach, dann wechselt man in die Platinenansicht und arrangiert alle Bauteile. Nun müssen die Kupferbahnen angelegt werden. Ist das alles fertig, kann man einen Design Rule Check durchführen und die Platine entweder als Gerber-Daten exportieren oder direkt über Fritzing Fab bestellen.

Platine-Fritzingfab

Fertige Platine mit Fritzing Fab produziert

Sind die Platinen geliefert, muss man sich noch mit Bauteilen bestücken. An der Stelle des Mikrocontrollers sollte ein IC-Sockel eingesetzt werden.

Bestückte Platine

Bestückte Platine

Den Mikrocontroller selbst kann man in ein Arduino-Board einsetzen und das gewünschte Programm darauf hochladen. Vorher muss allerdings der Arduino-Bootloader installiert werden. Wie das geht, hab ich in diesem Tutorial beschrieben: Arduino Bootloader auf ATMEGA Chip übertragen. Nun kann der Chip aus dem Arduino auf die eigene Platine gesteckt werden. Das Programm läuft, sobald die Platine mit Strom versorgt wird.

In meinem Beispiel füge ich nur noch einen Kondensator am Netzteil und einen 470Ω Widerstand an den Neopixeln ein. Fertig. Fehlt nur noch die passende Kickstarter Kampagne ;-)

Comments are closed, but trackbacks and pingbacks are open.